Willkommen in meinem Blog. Hier könnt ihr lesen, was ich alles erlebe, wenn es mich mal wieder hinaus in die weite Welt verschlagen hat. Kommentare zu meinen Berichten sind gern gesehen und motivieren mich, diesen Blog regelmäßig zu aktualisieren ;-) - Viel Spaß

Montag, November 27, 2006

Sonntag

Heute ist Sonntag, ich habe schön ausgeschlafen und nach einem gemütlichen Frühstück fand ich es an der Zeit, mich mal wieder zu bewegen. In den letzten zwei Wochen habe ich den Sport total vernachlässigt, also habe ich mir meine Sportschuhe angezogen und bin in den Mc Donalds Park gegangen. Nein, das ist kein Park in dem es an jeder Ecke Burger gibt, ich hab doch gesagt, das ich Sport machen wollte. Ich nenne den Park nur Mc Donalds Park, da er zum Teil von Mc Donalds gesponsort wurde und natürlich direkt neben dem Fast Food Tempel liegt. Vielleicht soll der Park ja die Leute zum Burger abtrainieren animieren, es gibt dort nämlich eine Laufrunde, genau 575 Meter lang, wenn man dem Schild glauben darf. Jedenfalls habe ich mich zwölf Runden lang durch die Mittagssonne entlang des Gänseteiches und des Pfauenkäfigs gescheucht, bevor ich mich gemütlich wieder auf den Weg nach Hause gemacht habe, natürlich nicht, ohne noch eine kurze Pause auf einer der Bänke im Park zu machen. Es ist nämlich noch ein herrlicher Spätsommertag, den ich jetzt nach einer erfrischenden Dusche gemütlich auf unserem Balkon ausklingen lasse.

PS: Ich glaube an dieser Stelle wurde doch mal eine weltweite Laufgruppe gegründet, als ich noch im Sudan war. Was machen den die Niederlassungen in Deutschland und Kanada? ;-)

Freitag, November 24, 2006

Site Trip

Es ist mal wieder Zeit, was hier reinzuschreiben und wie es der Zufall so will, habe ich auch in der letzten Woche viel erlebt.
Ich habe zum ersten mal Lahore verlassen und bin ins Projektgebiet gefahren. Die erste Hälfte des Weges war nach 5 Stunden Autobahnfahrt bis Islamabad recht entspannt. Danach ging es dann auf den Karakoram Highway bis nach Chilas. Unter Highway muß man sich dabei ein sehr enge mit Kurven und Schlaglöchern übersäte Straße durch den Himalaja vorstellen, die auch ab und zu mal durch einen Felsrutsch blockiert wird. Aber das wird dann ganz schnell provisorisch wieder befahrbar gemacht, also nichts für tiefergelegte Autos, sogar unser Bus ist ein paar mal aufgesetzt. Wenn dann der Fahrer wie wild um die Kurven fährt braucht man schon starke Nerven, denn der Abhang neben der Straße geht ziemlich steil und tief hinunter.
Direkten Kontakt mit Einheimischen aus den Dörfern hatte ich nur sehr selten, aber es ist schon erstaunlich wie „komisch-böse“ einen die Leute teilweise angucken, wenn man an ihnen vorbeifährt. Selbst kleine Kinder sind in der Lage die Mundwinkel weiter nach unten zu verziehen, als es mir gelingt, sie nach oben zu verziehen und das will schon was heißen. Leider habe ich mich nicht getraut, das auf einem Bild festzuhalten.
Ok, nun lasse ich mal die Bilder sprechen und beschränke mich auf ein paar Kommentare.

Hier stehe ich nun weit über dem Indus und dennoch weit weg von den Berggipfeln. Es ist schon erstaunlich, wie hoch und steil diese Berge sind.

So sieht es aus, wenn man von der Terrasse im Shangrila (unser Hotel) auf den Indus schaut. Leider sieht man hier nicht, wie frisch es in den Zimmern schon war. Geheizt wird dort nämlich nicht und ganz oben auf den Berggipfeln lag schon der erste Neuschnee. Normalerweise macht das Hotel im Winter auch zu, weil es eh kaum Touristen gibt. Die armen Leute die dort im Winter sein müssen, zum Glück wird jetzt eine Gasheizung organisiert.

Das ist sie nun, die Stelle, an die später der Damm gebaut werden soll. Da wo ich gestanden habe, und noch viel weiter nach oben wird dann alles unter Wasser stehen.

Sieht das nicht nach einem gemütlichen Campingplatz aus? Wer würde da nicht gleich sein Zelt daneben aufschlagen wollen? Zur Info, das Zelt gehört zum Bohrteam, das dort Untersuchungsbohrungen durchführt. Es sind sogar zwei Betten drin.

Ja auch an verregneten Tagen, wenn die Wolken durch die Täler kriechen stoßen an diesem Punkt die drei Gebirgsketten Himalaya Range, Hundu Kush Range und Karakoram zusammen und der Gilgit River mündet in den Indus.

Dieses Vorbild an Arbeitsschutz ist mir während meines Tagesausfluges nach Gilgit gegenüber dem Basar vor die Kamera gekommen. Ich glaube ja, das zur Vollversion dieses Gerüstes noch ein Stuhl gehört, den man noch oben drauf stellen kann.

Diese Gegend liegt zwischen Islamabad und Chilas. Im Gegensatz zum Projektgebiet ist es hier gleich viel grüner.

So oder ähnlich sieht hier fast jeder LKW aus. Der beste Beweis, das die Pakistani für jeden Kitsch zu haben sind. Das ganze nennt sich dann professionell „Art on Wheels“.

Diese Terrassen waren sehr häufig auf der Fahrt zu sehen. Ich frage mich, ob die alle künstlich sind oder ob sich auch auf natürliche Weise diese Formen gebildet haben?

Ich habe mal heimlich versucht aus dem Auto heraus die Leute zu fotografieren. Naja, die meisten Bilder sind nichts geworden, aber ich dachte diesen Straßenladen kann ich hier mal zeigen.

Sonntag, November 05, 2006

Die ersten drei Wochen

Heute ist Sonntag, Sonntag Nummer drei in Lahore und wie jeden Sonntag war ich auch diesmal im International Club und habe den Tag mit Schwimmen und in der Sonne liegen verbracht. Ja, man merkt es deutlich, der Winter nähert sich, wir hatten nur noch 26° und bald wird wohl nichts mehr aus „In der Sonne liegen“ :-P
Doch fangen wir lieber mal am Anfang an. Montag, der 16. Oktober so ungefähr 8 Uhr morgens pakistanischer Zeit verlasse ich den Flughafen von Lahore, den Blick umherschweifend nach einem Mann mit einem LI Schild in der Hand. Der war dann auch schnell gefunden und damit konnte meine „Reise“ beginnen.
Müde von dem langen Flug wurde ich erst mal ins Guesthouse gefahren und zwar in einem Auto, das ein Lenkrad auf der Beifahrerseite hatte. Naja, schnell war klar, das muß so sein, denn hier fährt man auf der „falschen“ Seite der Straße oder zumindest sollte man eher links fahren. Tatsächlich sind wir mehr in der Mitte der Straße gefahren, weil der Rand mit unzähligen „lebensmüden“ Fahrrad und Motorradfahrern voll war. Da das auch auf der Gegenspur der Fall war, ist uns für meinen Geschmack der Gegenverkehr viel zu nahe gekommen und ich hab mir Sorgen um mich und um die Zweiradfahrer gemacht, aber irgendwie war immer rechtzeitig eine Lücke vorhanden, in die man ausweichen konnte, ohne jemanden umzufahren. Mittlerweile habe ich mich aber an den Verkehr gewöhnt, nur selber Fahren, das werde ich vorerst nicht machen.
Die ersten Tage waren dann eher ruhig, erst mal eingewöhnen, die täglichen Abläufe kennen lernen und „fasten“. Ja genau, ich bin noch angekommen, bevor Ramadan zu ende war. OK, das ist natürlich für mich jetzt kein Grund aufs Essen zu verzichten, aber ohne Nahrungsmittel ißt es sich irgendwie nicht so gut. Da alle Restaurants in Büronähe geschlossen waren, blieb uns nur die Fertigpizza & Co, die in einer nahegelegenen Bäckerei frisch Mikrowellenerhitzt zum mitnehmen und heimlich im Büro essen verkauft wurden.
Am Mittwoch nach meiner Ankunft bin ich dann mit einem Kollegen dem Fastfood entflohen und hatte meinen ersten und garantiert nicht letzten Besuch im International Club. Dort gab es auch während Ramadan Mittags Essen, aber leider ist der Club zu weit weg, um täglich hinzufahren. Um die Wartezeit auf das Essen sinnvoll zu überbrücken, hatten wir unser Schwimmzeug dabei und haben noch schnell 20 Minuten lang im Pool unsere Bahnen gezogen. Seitdem waren wir bisher jeden Mittwoch Schwimmen und Essen, auch als Ramadan schon vorbei war und solange das Wetter es noch zuläßt, wird das wohl auch in Zukunft so bleiben ;-)

Da ich eine Wasserratte bin und es ja auch sonst nicht so viele Alternativen gibt, bin ich dann auch gleich am Sonntag mit in den Club gefahren und habe dort eine Stunde lang meine Bahnen gedreht, noch etwas im Becken herumgeplanscht und mich dann erschöpft auf einem Liegestuhl in die Sonne gelegt und etwas in meinem Segelbuch geblättert.
So ähnlich sah dann auch jeder weitere Sonntag aus, nur heute habe ich mich zusätzlich auch mal auf den Tennisplatz getraut und ein wenig gespielt. Und ich muß sagen, mein Tennistalent muß sich beim Schwimmen zuvor aufgelöst haben. Aber hey, man soll die Dinge positiv sehen, es kann nur besser werden ;-)
Aber zurück zum Alltag. Was gab es sonst noch so. Ehrlich gesagt nicht viel. Einen Tag haben wir hier mal den Grill angeschmissen und eine „Grillparty“ organisiert. Gegrillt hat allerdings unser Koch und wir haben drinnen gegessen, weil es draußen noch zu warm war. Also wirkliches Grillfeeling ist dort nicht entstanden, aber was soll’s, geschmeckt hat es trotzdem und die Stimmung war gut :-)
Eine weitere kleine „Atraktion“ in der Nähe unseres Guesthouse ist ein kleiner Park mit einem Weg, der in großen Schlängellinien eine Runde durchs Grün schlägt und auf dem die Leute dem Laufsport nachgehen. Wobei man sagen muß, das die meisten es wirklich beim Gehen belassen, aber immerhin. Dieser Rundweg ist insgesamt 575 Meter lang und darf nur in einer Richtung benutz werden. (Hey Tina, kommt dir das bekannt vor? Ist ja hier fast wie in Kanada, was?) Sollte trotzdem mal jemand versuchen gegen den Strom zu Laufen, so wird er gleich von einem mit einer Pfeife bewaffnetem Parkaufseher zur Ordnung ermahnt. So, nachdem ich euch die Laufstrecke so schön beschrieben habe, muß ich natürlich noch erwähnen, das ich dort auch schon Laufen war. Zwar bisher erst ein mal, aber weitere male werden kommen und wer weiß, vielleicht werde ich euch dann auch wieder davon berichten. In diesem Sinne macht es gut. Bis zum nächsten mal und immer schön hier Vorbeischauen, man weiß nie, wann mal wieder ein Eintrag kommt ;-)

Zensur?!?

Ich hab es jetzt schon seit drei Wochen immer mal wieder probiert und so richtig kann ich es immer noch nicht glauben, aber so wie es ausschaut ist mein Blog von meinem pakistanischen Internetprovider zensiert. Ich kann zwar die Seiten öffnen, auf denen ich meine Geschichten veröffentliche, aber ich kann mir das Ergebnis nicht ansehen und auch eure Einträge nicht kommentieren.
Tinas Blog kann ich mir auch nicht ansehen, also wenigstens geht es wohl nicht gegen mich sondern gegen blogger.com. Naja, ein schwacher Trost.
Ich versuch trotzdem meine Einträge hier zu machen und hoffe, das ihr sie fleißig lest und vielleicht auch ab und an kommentiert ;-)