Die ersten drei Wochen
Heute ist Sonntag, Sonntag Nummer drei in Lahore und wie jeden Sonntag war ich auch diesmal im International Club und habe den Tag mit Schwimmen und in der Sonne liegen verbracht. Ja, man merkt es deutlich, der Winter nähert sich, wir hatten nur noch 26° und bald wird wohl nichts mehr aus „In der Sonne liegen“ :-P
Doch fangen wir lieber mal am Anfang an. Montag, der 16. Oktober so ungefähr 8 Uhr morgens pakistanischer Zeit verlasse ich den Flughafen von Lahore, den Blick umherschweifend nach einem Mann mit einem LI Schild in der Hand. Der war dann auch schnell gefunden und damit konnte meine „Reise“ beginnen.
Müde von dem langen Flug wurde ich erst mal ins Guesthouse gefahren und zwar in einem Auto, das ein Lenkrad auf der Beifahrerseite hatte. Naja, schnell war klar, das muß so sein, denn hier fährt man auf der „falschen“ Seite der Straße oder zumindest sollte man eher links fahren. Tatsächlich sind wir mehr in der Mitte der Straße gefahren, weil der Rand mit unzähligen „lebensmüden“ Fahrrad und Motorradfahrern voll war. Da das auch auf der Gegenspur der Fall war, ist uns für meinen Geschmack der Gegenverkehr viel zu nahe gekommen und ich hab mir Sorgen um mich und um die Zweiradfahrer gemacht, aber irgendwie war immer rechtzeitig eine Lücke vorhanden, in die man ausweichen konnte, ohne jemanden umzufahren. Mittlerweile habe ich mich aber an den Verkehr gewöhnt, nur selber Fahren, das werde ich vorerst nicht machen.
Die ersten Tage waren dann eher ruhig, erst mal eingewöhnen, die täglichen Abläufe kennen lernen und „fasten“. Ja genau, ich bin noch angekommen, bevor Ramadan zu ende war. OK, das ist natürlich für mich jetzt kein Grund aufs Essen zu verzichten, aber ohne Nahrungsmittel ißt es sich irgendwie nicht so gut. Da alle Restaurants in Büronähe geschlossen waren, blieb uns nur die Fertigpizza & Co, die in einer nahegelegenen Bäckerei frisch Mikrowellenerhitzt zum mitnehmen und heimlich im Büro essen verkauft wurden.
Am Mittwoch nach meiner Ankunft bin ich dann mit einem Kollegen dem Fastfood entflohen und hatte meinen ersten und garantiert nicht letzten Besuch im International Club. Dort gab es auch während Ramadan Mittags Essen, aber leider ist der Club zu weit weg, um täglich hinzufahren. Um die Wartezeit auf das Essen sinnvoll zu überbrücken, hatten wir unser Schwimmzeug dabei und haben noch schnell 20 Minuten lang im Pool unsere Bahnen gezogen. Seitdem waren wir bisher jeden Mittwoch Schwimmen und Essen, auch als Ramadan schon vorbei war und solange das Wetter es noch zuläßt, wird das wohl auch in Zukunft so bleiben ;-)

Da ich eine Wasserratte bin und es ja auch sonst nicht so viele Alternativen gibt, bin ich dann auch gleich am Sonntag mit in den Club gefahren und habe dort eine Stunde lang meine Bahnen gedreht, noch etwas im Becken herumgeplanscht und mich dann erschöpft auf einem Liegestuhl in die Sonne gelegt und etwas in meinem Segelbuch geblättert.
So ähnlich sah dann auch jeder weitere Sonntag aus, nur heute habe ich mich zusätzlich auch mal auf den Tennisplatz getraut und ein wenig gespielt. Und ich muß sagen, mein Tennistalent muß sich beim Schwimmen zuvor aufgelöst haben. Aber hey, man soll die Dinge positiv sehen, es kann nur besser werden ;-)
Aber zurück zum Alltag. Was gab es sonst noch so. Ehrlich gesagt nicht viel. Einen Tag haben wir hier mal den Grill angeschmissen und eine „Grillparty“ organisiert. Gegrillt hat allerdings unser Koch und wir haben drinnen gegessen, weil es draußen noch zu warm war. Also wirkliches Grillfeeling ist dort nicht entstanden, aber was soll’s, geschmeckt hat es trotzdem und die Stimmung war gut :-)
Eine weitere kleine „Atraktion“ in der Nähe unseres Guesthouse ist ein kleiner Park mit einem Weg, der in großen Schlängellinien eine Runde durchs Grün schlägt und auf dem die Leute dem Laufsport nachgehen. Wobei man sagen muß, das die meisten es wirklich beim Gehen belassen, aber immerhin. Dieser Rundweg ist insgesamt 575 Meter lang und darf nur in einer Richtung benutz werden. (Hey Tina, kommt dir das bekannt vor? Ist ja hier fast wie in Kanada, was?) Sollte trotzdem mal jemand versuchen gegen den Strom zu Laufen, so wird er gleich von einem mit einer Pfeife bewaffnetem Parkaufseher zur Ordnung ermahnt. So, nachdem ich euch die Laufstrecke so schön beschrieben habe, muß ich natürlich noch erwähnen, das ich dort auch schon Laufen war. Zwar bisher erst ein mal, aber weitere male werden kommen und wer weiß, vielleicht werde ich euch dann auch wieder davon berichten. In diesem Sinne macht es gut. Bis zum nächsten mal und immer schön hier Vorbeischauen, man weiß nie, wann mal wieder ein Eintrag kommt ;-)

2 Comments:
Den Kommentar über die noch sehr sommerlichen Temperaturen konntest du dir wohl nicht verkneifen. Ich bin heute nicht aus der Wohnung gekommen. Es ist zur Zeit einfach zu ungemütlich. Regen, Regen und ein viel zu kalter Wind. Vielleicht sollte ich dich mal besuchen kommen ...? Hm.
19:32
...still waiting for another blog entry ...
15:33
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